Kritik der Wissenschaftskommunikation und ihrer Analyse: PUS, PEST, Politisierung und wissenschaftsbezogener Populismus

Abstract

Was ist «gute» Wissenschaftskommunikation oder, umgekehrt, welche ist kritikwürdig? Diese Fragen benötigen einen normativen Referenzrahmen. Die noch junge Wissenschaftskommunikationsforschung hat drei solcher Referenzrahmen hervorgebracht – die Modelle des Public Understanding of Science (PUS), des Public Engagement with Science and Technology (PEST) und der Science Communication as Political Communication (SCPC), denen verschiedene Vorstellungen davon zugrunde liegen, was «gute» Wissenschaftskommunikation ist. Hinzu kommen Bezugsrahmen, die nicht dem Forschungsfeld selbst entstammen und von denen im Folgenden zwei herangezogen werden: eine populistische Kritik der Wissenschaftskommunikation sowie eine Kritik des Forschungsfeldes auf Basis grundlegender wissenschafts- und erkenntnistheoretischer Normen. Im vorliegenden Beitrag werden diese Modelle beschrieben, ihr normativer Gehalt analysiert und die einschlägige Evidenz vorgestellt. Dazu wird eine Matrix entwickelt, in der die genannten Modelle entlang verschiedener Bewertungsdimensionen systematisiert und Forschungsbefunde eingeordnet werden.

Publication
In H.-J. Bucher (Ed.), Medienkritik: Zwischen ideologischer Instrumentalisierung und kritischer Aufklärung (pp. 297–314). Köln: Halem.
Dimensionen und Bezugspunkte der Kritik von Wissenschaftskommunikation.

Dimensionen und Bezugspunkte der Kritik von Wissenschaftskommunikation.

Niels G. Mede
Niels G. Mede
Science Communication Researcher and PhD Student

I am a Research and Teaching Assistant at the Department of Communication and Media Research (IKMZ), University of Zurich, Switzerland. My research focuses on public opinion about science, populism and its implications for science and science communication, and survey methodology.